Zugegeben, eine Kulturnacht hat Eventcharakter und man darf dem auch mal nachgeben: Events können Spaß machen, Kitsch ist durchaus erlaubt und man darf sich dran freuen.
Mit dieser Erwartungshaltung besuchte ich am vergangenen Samstag die Veranstaltung „Schöpfung im Licht“ im Wormser Dom, eine Kooperation zwischen dem Bistum Mainz und der Agentur „Geschichte im Licht“, inspiriert von französischen „Son et lumière“-Veranstaltungen. Und es hätte ja auch schön werden können: Scheinwerfer, die die Architektur des Wormser Doms ins „rechte Licht“ setzen, Musik, um die Atmosphäre des Raums zu unterstreichen und Texte aus der Bibel. Vielversprechend klang auch noch die Ankündigung von Domprobst Engelbert Prieß: „ein neuer Zugang zu Worten der Bibel, eine wunderbare Möglichkeit, den Raum des Domes neu zu erleben.“
Aber was dann um 23.00 Uhr im Dom stattfand, weckte eher Assoziationen an „Hurz“ von Hape Kerkeling. Eine offensichtlich standardisierte Installation, die so wohl schon in unterschiedlichen Kirchen stattfand, wurde abgespult. Musik und sogar die biblischen Texte kamen aus der Konserve, was eigentlich noch gar nichts über die Qualität aussagt.
Doch mit einer monotonen, gleichförmigen Erzählerstimme allein lässt sich noch keine meditative Stimmung beschwören. Dabei wurde dann ein Parfoceritt quer durch die Bibel zurückgelegt: von der Schöpfungsgeschichte über die Bergpredigt und das Vater-unser bis zur Offenbarung.
Die Musik bediente wirklich jedes Klischee und reichte vom esoterischen Klangteppich bis hin zu effektheischenden Versatzstücken gregorianischen Gesangs. Und die Lichterschau war bunt und nicht zuletzt durch Kunsteisnebel eher bombastisch als wirklich besinnlich und neue Blicke eröffnend.
Weder die romanische Architektur noch der barocke Hochaltar konnten sich wehren gegen die bonbonbunten Lichter der „vollautomatischen Präsentation“. Einen Gefallen hat man Ihnen damit nicht getan.
Leider hats nicht mal zum Kitsch gereicht, denn der kann immerhin noch anrühren. Was aber bei „Schöpfung im Licht“ geboten wurde, war leider nur banal